SONDERPREISE FüR HILFSBEREITSCHAFT, HAITI-AKTIONEN UND SUCHTPROJEKT
Lohn für Mühen hinter den Kulissen des Schulalltags
ESSLINGEN: OB Zieger zeichnet 62 Schülerinnen und Schüler für ihr soziales Engagement aus
Sie kommen eine Stunde früher zur Schule, um Reck und Trampolin für den Sportunterricht aufzubauen. Sie schlichten Streit, wenn sich zwei Schüler in die Haare geraten sind. Sie geben Mathenachhilfe oder bringen jüngeren Schülerinnen das Fußballspielen bei. Oder sie sammeln den Müll in der Mensa ein: Bei der Verleihung des Esslinger Sozialpreises standen gestern 62 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Esslinger Schulen im Scheinwerferlicht, die sich oft im Verborgenen für andere engagieren.Die meisten wussten dann auch nicht so recht, wohin mit Händen und Füßen, als Elternvertreter Peter Dannenhauer im Bürgersaal des Alten Rathauses ihre Namen verlas und hunderte Augen von Eltern, Lehrern und Schülern auf ihnen ruhten. Oberbürgermeister Jürgen Zieger überreichte den Schülern eine Urkunde, die von ihren Schulen in drei Kategorien für einen Preis benannt worden waren. Einigen wurden sogar doppelte Ehren zuteil: Eine Jury verlieh ihnen für ihr herausragendes Engagement einen Sonderpreis (siehe nebenstehenden Beitrag). Das Klischee, dass Mädchen eine besonders soziale Ader haben, bestätigte sich zumindest bei dieser Preisverleihung: Sie waren deutlich in der Überzahl.
So wichtig wie Mathe und Physik
„Wenn man heute einen Ausbildungsplatz oder eine Stelle sucht, reichen gute Noten alleine nicht“, gab Zieger den Schülern auf den Weg. „Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kompromissfähigkeit und Toleranz gewinnen immer mehr an Bedeutung. Für Zufriedenheit im Beruf sind sie genauso wichtig wie Mathe, Physik und was Ihr sonst alles nicht mögt.“ Der Bürgersaal, die gute Stube der Stadt, sei der richtige Rahmen für die Preisverleihung. „Denn das macht deutlich, welch große Bedeutung wir diesem Preis zumessen.“ Zieger dankte den Schülern, aber auch den Lehrern und Schulleitern, die ihre Freizeit investieren, um das Miteinander an der Schule zu fördern.
Dannenhauer betonte, dass die Jugendlichen bei ihren Mitschülern mit ihrem Einsatz häufig keine Lorbeeren ernten. „Wer sich freiwillig in der Schule engagiert, wird manchmal schief angeschaut und für uncool gehalten“, sagte er. Da seien Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen gefragt.
Die Schülerband der Lerchenäckerschule sorgte dafür, dass die Verleihung nicht allzu getragen geriet. Die Mädchen versetzten den Bürgersaal mit Schlagzeug und E-Gitarren in Schwingungen, denen er in fünf Jahrhunderten vermutlich noch nie ausgesetzt war.
Sonderpreise Für Hilfsbereitschaft, HAiti-Aktionen und Suchtprojekt
Die Jury bedachte diejenigen Sozialpreisträger zusätzlich mit einem Sonderpreis, die sich mit herausragendem Einsatz oder Hilfsbereitschaft besonders hervorgetan haben. In der Jury waren vertreten: Anne Schoeller und Beatrix Hörlein vom Gesamtelternbeirat, Artan Berisha, Jakob Ansel und Lhea Faber vom Jugendgemeinderat sowie Dorothea Blessing und Max Pickl vom Schul- und Sportamt.



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