Horrorstreifen vor Altstadtkulisse
ESSLINGEN: Junge Leute drehen ihren „Sommertraum“ - Mix aus Jugendfilm, Krimidrama und Märchen
Janina, Sandra, Max und Ben sind vier Jugendliche, die bislang nur voneinander gehört haben und gemeinsam ein Wochenende verbringen. Sie beschnuppern sich und lernen einander näher kennen. Irgendwann jedoch kippt die Situation und jede Menge Probleme tauchen auf. Hinter dem poetischen Titel „Sommertraum“ verbirgt sich eine Mischung aus Jugendfilm, Horrorstreifen, Krimidrama und Märchen, die Michael Schiemer und sein Filmteam erzählen wollen. An zehn Wochenenden im September und Oktober wollen die rund 20 jungen Leute, die zwischen 15 und 20 Jahre alt sind, in Esslingen drehen.
Typische Jugendproblematik
„Es geht um die typische Jugendproblematik. Es geht um die Zeit, in der sich die jungen Leute, die ihre Ziele und Träume haben, ausprobieren, in der sie suchen und finden“, erklärt Michael Schiemer, Projektleiter, Regisseur und Chef des kleinen Filmstudios „Giving-sights“, das den „Sommertraum“ realisieren will. „Filme regen uns zum Nachdenken an, wenn sie realistisch sind, wenn sie uns dort abholen, wo wir momentan im Leben stehen und unsere Existenz, Motive, Handlungen und Perspektiven hinterfragen“, erklärt der 20-Jährige, der in Esslingen zur Schule gegangen ist. Ganz bewusst drehen sie hier in der Stadt: „In der Fußgängerzone zwischen den typischen Fachwerkhäusern, vor der Stadtkirche, vor dem Rathaus, in den Straßen. Und auch der Neckar wird mit einbezogen“, hat Schiemer geplant. Am selbst geschriebenen Drehbuch werden im Moment noch kleinere Änderungen vorgenommen, denn es wird auf die Schauspieler, die ein Mitspracherecht haben, zugeschnitten: „Wir möchten, dass sie sich selbst mit einbringen“, betont Kathrin Rudolph, die fürs Organisatorische zuständig ist. Ein WLB-Schauspieler hat sein Mitwirken zugesagt, eine Theater-Aktivistin der Stage Divers(e) übernimmt eine Rolle, die restlichen Hauptdarsteller sind Freunde, Schüler und Studenten, mit denen Michael Schiemer schon früher gedreht hat. Seit vier Jahren macht er Filme. Was anfangs reine Schulprojekte waren, hat sich mittlerweile ausgeweitet: Im Januar hat er für den Deutschrapper Fil da Elephant ein Musikvideo gemacht und einen Filmpreis dafür gewonnen.
Auch wenn das ganze Team ohne Gage arbeitet und vieles improvisiert, auch wenn sie ihre Scheinwerfer selber bauen und die Filmmusik selbst komponieren, sind sie im Moment auf der Suche nach Unterstützern und Sponsoren für die Finanzierung ihres Projekts. Anfang bis Mitte kommenden Jahres soll der Streifen, der mindestens eine Stunde lang sein wird, fertig sein. „Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten können sich einbringen und etwas zu unserem Film beitragen. Er soll natürlich in erster Linie Jugendliche und junge Leute ansprechen, aber ich glaube, auch Erwachsene können ihren Spaß daran haben“, ist Michael Schiemer überzeugt.



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